Prof. Dr. Ulf Otto

Professur für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Intermedialitätsforschung

Theaterwissenschaft

Büroadresse:

Georgenstraße 11

Raum 107

80799 München

Raumfinder

Sprechstunde:

Dienstags 14-15 Uhr
Anmeldung per Email

Profil

Der Schwerpunkt der Professur liegt auf den performativen Künsten in Hinblick auf sich wandelnde Medienumwelten in historischer wie zeitgenössischer Perspektive. Das Interesse richtet sich insbesondere auf Fragen der Mediation von Theater: Wie übersetzen sich die performativen Künste ins Soziale und welches Wissen ist dabei im Spiel? Zentrale transdisziplinäre Bezugspunkte sind Science and Technology Studies und Actor Network Theory. Die Aufmerksamkeit liegt dabei einerseits auf experimentellen Formen der performativen Künste (Reenactments, Interventionen, etc.) und andererseits auf Produktionsprozessen wie Betriebsstrukturen des Theaters als Institution. Eng damit verbunden ist ein starkes Interesse für qualitative, aber auch quantitative Methoden der Sozialwissenschaften, Feldforschung und ethnografisches Arbeiten einerseits, statistische Modellierung in den Digital Humanities andererseits.

Schwerpunkte

  • Zeitgenössische Theater- und Filmästhetik
  • Theater- und Mediengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Kunstsoziologie & Praxeografie (STS, ANT)
  • Bildgeschichte der Theaterfotografie
  • Digital Humanities und computationale Methoden

Projekte

  • Die Kunst der Gewerke. Eine Praxeografie des Theaterapparats (DFG, 2022-2027)
  • Szenenatlas. Zeit-, Bild- und Körpergeschichte der deutschen Theaterfotografie 1850-2005 (in Vorbereitung)
  • Mediators of performance. A short media history of performing arts (Buchprojekt)
  • Energien des Spektakels. Zur Theatralität der Elektrizität und der Elekrifirzierung des Theaters 1870-1930 (VolkswagenStiftung 2012-2020)

Biografie

Studium in Philosophie und Theaterwissenschaft/Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-Universität Berlin; langjährige Arbeit als Assistent, Dramaturg und Regisseur in der freien Szene und im Stadttheater; wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotion zur Theatralität der frühen Internetkultur an der Universität Hildesheim; B.A. in Informatik an der Freien Universität Berlin mit einer Abschlussarbeit zum maschinellen Lernen; Post-Doc und Dilthey-Fellow der VolkswagenStiftung; Habilitation in Theaterwissenschaft mit einer Arbeit zur Elektrifizierung des Theaters im 19. Jahrhundert am Schnittpunkt von Technik-, Industrie- und Kulturgeschichte. Neben diversen nationalen und internationalen Lehraufträgen, Vertretung der Professur für Theater und Medien an der LMU München; Antritt der Professur 12/2017.

Publikationen (Auswahl)

  • Ulf Otto: »Bodies in relation. Theater photography and the distant viewing of performance«, in: Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, im Erscheinen.
  • Ulf Otto: »Mehr als eins, weniger als vieles. Zeitgenössisches Theater und die Multiplizität der Aufführung«, in: Stimme – Kritik – Emotion, hg. v. Jenny Schrödl / Theresa Schütz, Berlin: Neofelis 2025, S. 339-362
  • Ulf Otto: »Re-socializing emptied spaces: a queer-feminist performance, the theatrical apparatus and its (post)pandemic epistemology«, in: International Journal of Performance Arts and Digital Media 19.1 (2023), S. 98-114
  • Ulf Otto: »Post-performance: pandemic breach experiments, big theatre data, and the ends of theory«, in: Theater Research International (TRI) 48.1, S. 24-37 (2023)
  • Ulf Otto: »Die Kunst der Umbesetzung. Intervention als Artikulation in Mittelreich (2017)«, in: Ästhetiken der Intervention, hg. v. U. Otto u. J. Zorn, Berlin: Theater der Zeit 2022, S. 201-224
  • Ulf Otto: »Performing the Glitch: AI animatronics, android scenarios, and the human bias«, in: Theatre Journal 73.3 (2021), S. 359-372
  • Ulf Otto: »Bulbs on Stage. Theatrical Hygiene and the Electrification of Performance«, in: Theater Research International 46.3 (2021), S. 322-345
  • Ulf Otto: »Plädoyer für eine symmetrische Theaterforschung. Über methodische Kälte, ethnographische Versuchungen und Lehren aus den Science and Technology Studies«, in: Neue Methoden der Theaterwissenschaft, hg. B. Wihstutz und B. Hoesch, Bielefeld: transcript 2020, S. 247-269
  • Ulf Otto: »Theatres of Control. The Performance of Algorithms and the Question of Governance«, in: TDR. The Drama Review 63.4 (2019), S. 121-138
  • Ulf Otto: Das Theater der Elektrizität. Spektakel und Technologie im ausgehenden 19. Jahrhundert (=Szene und Horizont, Bd. 6), Stuttgart: Metzler 2020, englische Übersetzung The Theater of Electricity. Technology and Spectacle in the Late 19th Century, Palgrave Macmillan 2023

Vollständige Publikationsliste (last update 12/23)