DGPs ehrt das wissenschaftliche Lebenswerk von Prof. Dr. Dieter Frey
17.07.2026
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) zeichnet Prof. Dr. Dieter Frey für sein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk aus.
17.07.2026
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) zeichnet Prof. Dr. Dieter Frey für sein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk aus.
© Dieter Frey
Mit dieser Ehrung würdigt die DGPs einen Wissenschaftler, der die Sozialpsychologie sowie die Forschung zu ethikorientierter Führung und Zivilcourage über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgestaltet hat.
„Professor Dieter Frey hat mit seinen Arbeiten die Sozialpsychologie nachhaltig geprägt und zugleich eindrucksvoll gezeigt, wie psychologische Grundlagenforschung gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Seine wissenschaftlichen Beiträge, sein außergewöhnliches Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs und sein Wirken in Forschung, Lehre und Öffentlichkeit haben unser Fach weit über die Grenzen der Psychologie hinaus beeinflusst“, erläutert DGPs-Präsidentin Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier. Die Ehrung findet am 7. September 2026 im Rahmen des 54. DGPs-Kongresses in Luxemburg statt.
Professor Dr. Dieter Frey hat die Sozialpsychologie im deutschsprachigen Raum über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt. Mit seinen Forschungsarbeiten zu Motivation, Kreativität, Entscheidungs- und Gruppenprozessen sowie zu Zivilcourage, Fairness und ethikorientierter Führung hat er zentrale Beiträge zum Verständnis menschlichen Erlebens und Handelns geleistet. Seine Forschung verbindet theoretische Exzellenz und empirische Vielfalt mit hoher gesellschaftlicher Wirksamkeit.
Die Jury würdigt insbesondere Dieter Freys Beitrag, sozialpsychologische Erkenntnisse für zentrale gesellschaftliche Handlungsfelder nutzbar zu machen. Seine Arbeiten haben das Verständnis von Führung, Innovation, politischen Entscheidungsprozessen und sozialer Verantwortung wesentlich erweitert und gezeigt, wie psychologische Forschung zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann.
Darüber hinaus hat Dieter Frey die institutionelle Entwicklung des Faches entscheidend mitgestaltet. Als Gründer und Leiter des LMU Center for Leadership and People Management etablierte er eine bundesweit sichtbare Plattform, die Forschung zu Führung, Unternehmenskultur und Personalentwicklung mit den Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft verbindet. Das Zentrum leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
Die Jury und der DGPs-Vorstand würdigen darüber hinaus Dieter Freys außergewöhnliches Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben unter seiner Betreuung eigenständige Forschungsprofile entwickelt und führen seine Ideen heute in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich weiter.
„Professor Dieter Frey hat unser Fach nicht nur durch seine wegweisenden wissenschaftlichen Arbeiten bereichert, sondern auch durch seine institutionelle Gestaltungskraft und seine außergewöhnliche Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sein Wirken reicht weit über die eigene Forschung hinaus und hat Generationen von Psychologinnen und Psychologen geprägt. Damit ist er ein in jeder Hinsicht würdiger Träger der Auszeichnung für das wissenschaftliche Lebenswerk“, fasst DGPs-Präsidentin Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier die Entscheidung des Vorstands und der Jury zusammen.
Der Preisträger
Dieter Frey studierte Sozialwissenschaften in Mannheim und Hamburg. Nach Promotion und Habilitation in Mannheim wurde er 1978 Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach einer Professur als Theodor-Heuss-Professor an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York wechselte er 1993 an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort hatte er bis 2020 den Lehrstuhl für Sozialpsychologie inne, wirkte über viele Jahre als Dekan und leitete die Bayerische EliteAkademie. Seit 2007 ist er Leiter des LMU Center for Leadership and People Management, das sich der Förderung von Exzellenz durch gute Führung widmet.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Entscheidungsverhalten, Kreativität, Innovation, Motivation, Zivilcourage sowie ethikorientierte Führung. Insgesamt veröffentlichte er rund 600 wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften, Sammelbänden und Büchern.
Dieter Frey ist seit 1995 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus war er DFG-Gutachter und DFG-Obergutachter sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Roman-Herzog-Instituts und des NS-Dokumentationszentrums München. Er ist Schirmherr des Vereins „Zivilcourage für alle e. V.“ sowie Mitbegründer des Human Capital Clubs (HCC).
Für seine wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen wurde Dieter Frey vielfach ausgezeichnet. Er erhielt 1998 den Deutschen Psychologie-Preis und wurde von der Zeitschrift Personalmagazin als praktischer Ethiker und einer der führenden Köpfe im Personalbereich Deutschlands gewürdigt. 2016 zeichnete ihn die Margrit-Egnér-Stiftung der Universität Zürich für Forschungsarbeiten aus, die zu einer humaneren Welt beitragen. Ebenfalls 2016 erhielt er von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie den Martin-Irle-Preis für seine herausragende Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Er betreute mehr als 100 Promotionen, über 35 seiner ehemaligen Doktorandinnen und Doktoranden erhielten später Professuren an Universitäten weltweit. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zählt ihn seit mehreren Jahren zu den 100 einflussreichsten Ökonomen im deutschsprachigen Raum.
Ehrung für das Wissenschaftliche Lebenswerk
Mit dieser Ehrung werden Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gewürdigt, deren wissenschaftliche Aktivitäten Forschung und Lehre im Fach Psychologie über einen langen Zeitraum hinweg nachhaltig beeinflusst haben. Die Bedeutung des wissenschaftlichen Werkes zeigt sich unter anderem an dem Einfluss, den es auf die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der nächsten Generation und auf Belange der Öffentlichkeit und der Gesellschaft hat. Zugleich würdigt die DGPs damit wissenschaftliche Leistungen, die als Markierungspunkte in der Geschichte der Psychologie gelten können.
Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die rund 6000 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag. Die Pressestelle der DGPs informiert die Öffentlichkeit über Beiträge der Psychologie zu gesellschaftlich relevanten Themen. Darüber hinaus stellt die DGPs eine Expertendatenbank für unterschiedliche Fragestellungen zur Verfügung.