IASSIDD 2026: Wissenschaft, Teilhabe und Selbstvertretung weiterdenken
12.08.2026
Vom 28. bis 31. Juli 2026 richtete die LMU den 7. European Congress der International Association for the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities (IASSIDD) aus.
Unter dem Motto „real.time – Shaping the Future Together“ diskutierten internationale Teilnehmende darüber, wie eine inklusive Zukunft gemeinsam gestaltet werden kann.
Der Kongress startete am 28. Juli mit einem Pre-Congress an der LMU. Bereits dabei kamen Teilnehmende aus verschiedenen Ländern zusammen, um sich auszutauschen und auf die folgenden Kongresstage einzustimmen.
Wissenschaft trifft Lebenswirklichkeit
Im Mittelpunkt des Kongresses standen aktuelle Fragen rund um Teilhabe, Bildung, Gesundheit und Inklusion. Dabei ging es nicht ausschließlich um wissenschaftliche Forschung: Menschen mit intellektuellen und entwicklungsbezogenen Behinderungen, Selbstvertretungsorganisationen, Fachkräfte, Angehörige und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger waren ausdrücklich Teil des internationalen Austauschs.
Das Leitmotiv „real.time“ nahm dabei drei Perspektiven in den Blick: Zeitlichkeit, Realität und Digitalität. Die zentrale Frage lautete, wie Forschung und Praxis dazu beitragen können, Inklusion nicht nur als langfristiges Ziel zu formulieren, sondern gemeinsam im Hier und Jetzt zu gestalten.
Das wissenschaftliche Programm umfasste unter anderem Vorträge, Symposien, Workshops und Posterpräsentationen. Thematisch reichte das Spektrum von Alter und Autismus über Gesundheit, psychische Gesundheit und Down-Syndrom bis hin zu inklusiver Bildung und Forschung, Lebensqualität, Familien und Technologie. Das Programm bot damit eine breite Plattform für aktuelle Forschungsergebnisse, neue Praxisansätze und den Austausch über Länder- und Fachgrenzen hinweg.
Die IASSIDD verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 1964 das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zu intellektuellen Behinderungen international auszutauschen und weiterzuentwickeln. Der Münchner Kongress knüpfte daran an – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Verbindung von wissenschaftlicher Evidenz, praktischer Erfahrung und der Perspektive von Menschen mit Behinderungen selbst.
Damit setzte der IASSIDD-Kongress in München ein deutliches Zeichen: Die Gestaltung einer inklusiven Zukunft soll nicht allein für Menschen mit intellektuellen und entwicklungsbezogenen Behinderungen erfolgen, sondern mit ihnen und gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren, die daran beteiligt sind.