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Neuberufen: Prof. Dr. Tijs Bolz

20.04.2026

Prof. Dr. Tijs Bolz wurde zum 01.03.2026 auf die W3-Professur für Sonderpädagogik in den Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Autismus berufen.

Prof. Dr. Tijs Bolz

Was sind Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte?

  • Schüler*innen-Lehrer*innen-Beziehung bei Schüler*innen mit externalisierenden und internalisierenden Verhaltensproblemen
  • Entwicklung, Implementation und Evaluation von Maßnahmen zur Reduktion von Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung und zum Aufbau sozial-emotionaler Kompetenzen in mehrstufigen schulischen und außerschulischen Rahmenkonzepten
  • Internalisierende Verhaltensprobleme in der Schule
  • Bindung und emotional-soziale Kompetenzen in der Schule
  • Intensivpädagogische Fragestellungen im Förderschwerpunkt der emotionalen und sozialen Entwicklung

Was hat Sie dazu motiviert, Ihre Karriere in Ihrem Fachgebiet zu verfolgen?

In erster Linie hat mich die eigene praktische Arbeit im sonderpädagogischen Handlungsfeld selbst und somit die Kinder und Jugendlichen mit (drohenden) Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung erst überhaupt auf die Fragestellungen für Forschung und Lehre gebracht, die ich jetzt in unterschiedlichen Forschungsprojekten und gemeinsam mit (angehenden) Lehrkräften mit unterschiedlichen Zugängen bearbeiten darf.

Mit der 2009 erfolgten Ratifizierung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung sowie der damit einhergehenden Novellierungen der Schulgesetze in den einzelnen Bundesländern hat sich Deutschland dazu verpflichtet, einen gleichberechtigten Zugang zu zentralen gesellschaftlichen Einrichtungen zu ermöglichen resp. Nachteile auszugleichen, die durch entsprechende Beeinträchtigungen entstehen. Im aktuellen Bildungssystem befinden sich jedoch weiterhin ebenfalls Schüler*innen, denen ein gleichberechtigter Zugang zu allgemeinen Bildungsangeboten aufgrund unterschiedlicher personen- oder umfeldbezogener Faktoren erschwert ist.

In den letzten elf Jahren meiner wissenschaftlichen Tätigkeit konnte ich mithilfe empirischer Forschung, der Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften sowie der Beratung zu bildungsrelevanten Schwerpunkten auf bildungsadministrativer Ebenen einen Beitrag zur Partizipation der Kinder und Jugendlichen mit (drohenden) Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung leisten. Dies gilt es weiter an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Lehrstuhlteam und weiteren Kolleg*innen anderer Universitätsstandorte auszubauen. Besonders bereichernd finde ich dabei auch die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus weiteren fachwissenschaftlichen Nachbardisziplinen. Die LMU bietet dafür interessante Rahmenbedingungen und ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit mit Kolleg*innen zu unterschiedlichen Querschnittsthemen. In diesem Zusammenhang finde ich die Arbeit mit Nachwuchswissenschaftler*innen besonders bereichernd und freue mich da an meine bisherigen Aktivitäten anknüpfen zu können.

Welche Forschungsprojekte oder -themen begeistern Sie derzeit am meisten und warum?

Ich interessiere mich insbesondere für die evidenzorientierte Weiterentwicklung von Diagnostik sowie gruppenbezogenen und individuellen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Problemen im Erleben und Verhalten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Themen

  • beziehungsorientierte Förderung sowie Professionalisierung bei Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung,
  • der Entwicklung, Implementation und Evaluation von Maßnahmen zur Reduktion von Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung und zum Aufbau sozial-emotionaler Kompetenzen in mehrstufigen schulischen und außerschulischen Rahmenkonzepten,
  • Diagnostik und Förderung bei internalisierenden Problemen sowie
  • Diagnostik und Förderung bei intensivpädagogischen Fragestellungen.

Was ist Ihnen in der Lehre besonders wichtig?

Mein übergeordnetes Ziel innerhalb der Ausbildung von (sonder-)pädagogischen Fachkräften ist die Entwicklung einer professionellen Persönlichkeit, die über ein hohes Maß an empirisch und theoretisch ausgerichtetes Handlungswissen verfügt. Kernaspekt ist dabei aus meiner Sicht vor allem ein fundiertes, wertegeleitetes und selbstreflektiertes Handeln. Neben einer praxisorientierten Professionalisierung von (sonder-)pädagogischen Fachkräften möchte ich Studierende schon frühzeitig und partizipativ in ihrem Studium durch eine klare Forschungsorientierung innerhalb der Lehrveranstaltungen für innovative Forschungsthemen begeistern.

Lehrveranstaltungen gestalte ich methodisch in einer engen Theorie-Praxis-Verzahnung, der Nutzung von kooperativen Lernformaten, integriertem Videomodelling und fokussiere insbesondere selbstorganisiertes und selbstverantwortliches Lernen. Dabei ist mir eine prozessbegleitende und individuelle Unterstützung von Studierenden durch ein wertschätzendes, authentisches, förderndes und forderndes Mentoring besonders wichtig. Einer gelebten Feedbackkultur kommt dabei aus meiner Sicht eine zentrale Bedeutung zu.

Herzlich willkommen an der Fakultät!

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Tijs Bolz gibt es auf seiner Personenseite.