Italienisch (Lehramt Gymnasium/Unterrichtsfach)

Beschreibung des Studienfachs

Das Studienfach Italienisch für Lehramt an Gymnasien kombiniert mehrere fachspezifische Studienanteile bzw. Forschungsfelder: Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, eine fundierte sprachpraktische Ausbildung sowie eine kulturkundliche Komponente. In Vorbereitung auf den schulischen Einsatz wird die ganze inhaltliche Breite und zeitliche Tiefe des Themenfeldes der italienischen Sprache, Literatur und Kultur behandelt, wobei die konkreten Fachgegenstände im Studienverlauf exemplarisch ausgewählt werden. Die Ausrichtung unseres Instituts ermöglicht und fördert das interdisziplinäre Arbeiten, da zahlreiche Verbindungen sowohl zu den weiteren in München gelehrten romanischen Sprachen, aber auch zu Nachbardisziplinen wie etwa der Geschichte, der Musikwissenschaft oder der Kunstgeschichte bestehen.

Einer der Schwerpunkte des Studiums liegt – nicht zuletzt in Hinsicht auf die berufliche Qualifikation der Studierenden – auf der Vermittlung vertiefter sprachpraktischer Kenntnisse, die nicht nur das heutige Italienisch in Wort und Schrift, sondern auch die historische Dimension der italienischen Sprache umfassen.

Der sprachwissenschaftliche Studienanteil beinhaltet die systematische Beschreibung und Analyse des Italienischen der Gegenwart und seiner geschichtlichen Entwicklung. Dabei stehen die italienische Standardsprache einerseits und andererseits Erscheinungen der in Italien besonders ausgeprägten sprachlichen Variation (z.B. Dialekte oder Jugendsprache) im Vordergrund.

Der literaturwissenschaftliche Studienanteil beinhaltet literaturhistorische und literaturtheoretische Aspekte des Umgangs mit italienischen Texten und den jeweils relevanten Forschungsfeldern. Insbesondere zu Beginn des Studiums werden verschiedene Methoden zur Analyse und Interpretation von italienischen literarischen Texten aus dem 13.–21. Jahrhundert erlernt. Neben der historischen Herangehensweise stehen im weiteren Studienverlauf verstärkt auch allgemeine, teils fachübergreifende theoretische Fragestellungen (etwa zu literarischen Gattungen, zum Status von Autoren, zur Rezeptionsproblematik) im Fokus des literaturwissenschaftlichen Studiums.

Die Fachdidaktik vermittelt unter Einbeziehung verschiedener Bezugswissenschaften, wie der Linguistik, Literatur und der Lernpsychologie, die theoretischen Vorausset-zungen und praktischen Möglichkeiten des Lehrens und Lernens der italienischen Sprache, Kultur und Literatur am Gymnasium. Sie nimmt dabei eine zentrale Brückenfunktion zwischen Universität und Schule ein. (Fachdidaktische Kurse, Praktika und Prüfungen sind nach LPO I, § 70 integraler Bestandteil des Lehramtsstudiums.

Das Münchner Institut für Italienische Philologie kooperiert in vielfacher Hinsicht mit dem benachbarten Romanistik-Institut (romanistisch übergreifende Teilmodule werden gemeinsam konzipiert und durchgeführt, Forschergruppen arbeiten an gemeinsamen, interdisziplinären und sprachübergreifenden Projekten etc.) Die italienische Sprache, Literatur und Kultur kann so nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund einer regen Forschungstätigkeit am Institut für Italienische Philologie hervorragend erschlossen und für die zukünftige Lehre am Gymnasium fruchtbar gemacht werden.

Tätigkeits- und Berufsfelder

Neben der engen berufsqualifizierenden Ausbildung für das Lehramt an Gymnasien stehen den AbsolventInnen des Studiengangs Italienisch für Lehramt an Gymnasien prinzipiell alle Berufssparten offen, die auch den Studierenden des Magisterstudiengangs Italienische Philologie offen sind. Dies sind im weiten Sinn die Berufe, die sich mit italienischer Sprache und Kultur befassen, etwa im Verlagswesen, Kulturmanagement, Journalismus, aber auch in den deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen und im binationalen Kulturaustausch. Die Weite des Tätigkeits- und Berufsfelds erklärt sich durch die zahlreichen Schlüsselqualifikationen, die das italianistische Studium vermittelt. Dazu gehören neben den zentral wichtigen Sprachkenntnissen und dem vermittelten fachlichen Überblickswissen insbesondere: die Fähigkeit, Wissen und Informationen zu recherchieren, zu bewerten und zu strukturieren; Informations- und Medienkompetenz; die Beherrschung von Lern- und Präsentationstechniken.

Erwünschtes Profil

Studierende des Italienischen sollten sich neben einem spezifischen Interesse für die italienische Sprache und Kultur auch gerne mit Fragen beschäftigen, die das Wesen und das Funktionieren von sprachlicher Kommunikation, von Texten und ganz allgemein von Kulturdokumenten betreffen. Sie sollten zudem Sensibilität für pädagogische Fragen und didaktische Aspekte der Sprach-, Literatur und Kulturvermittlung an der Schule mitbringen. Nicht zuletzt sollten die Studierenden in der Lage sein, in eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand ihrer Beschäftigung zu treten, Problematiken aufzuwerfen, Hypothesen zu entwickeln und zu diskutieren. Lesefreude und die Bereitschaft zu kritischer Reflexion über sprachliche und literarische Kommunikationsweisen sind dringend erwünscht. Es sollte eine grundsätzliche Bereitschaft bestehen, sich neben aktuellen Thematiken auch mit den älteren, historischen Ausformungen sprachlicher, literarischer und kultureller Phänomene vertieft zu beschäftigen. Studierende des Italienischen sollten darüber hinaus auch mindestens einen längeren Auslandsaufenthalt anstreben, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen, um sich mit einem anderen Schul- und Wissenschaftssystem auseinanderzusetzen und nicht zuletzt, um ihre Sensibilität für kulturelle Differenzen zu steigern. Das Institut für Italienische Philologie bietet zahlreiche Möglichkeiten zu einem Studienaufenthalt in Italien (Assistenzjahr an einer Schule, Studienaufenthalt an einer italienischen Universität, berufspraktische Erfahrungen, etc.)

Haben Sie die Informationsfilme über die Lehramtsfächer schon gesehen? Sie bekommen einen Überblick, was im Studium auf Sie zukommt und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten. Schauen Sie doch mal rein!

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Italienisch (Lehramt / Gymnasium)
Abschlussgrad
Lehramt Staatsexamen
Fachtyp
Unterrichtsfach
Regelstudienzeit
9 Fachsemester
Mindeststudienzeit
8 Fachsemester

Bewerbung und Zulassung

Formale Studienvoraussetzung
Hochschulzugangsberechtigung
Zulassungsmodus 1. Semester
Freie Studiengänge
Zulassungsmodus höheres Semester
Freier Zugang
Link zum Fach
https://www.italianistik.uni-muenchen.de

Ihr Weg zum Studienplatz

Der Studiengang im Detail

1. Semester

P 1 Orientierungsmodul Spracherwerb

  • P 1.1: Grammatik/orale Kompetenz (Übung 6 ECTS)
  • P 1.2: Schriftliche Produktion und Leseverständnis (Übung 6 ECTS)

2. Semester

P2: Basismodul Linguistik

  • P 2.1: Einführung in die italienische Linguistik (Vorlesung, 3 ECTS)
P3: Basismodul Literaturwissenschaft
  • P 3.1: Einführung in die italienische Literaturwissenschaft (Vorlesung, 3 ECTS)
P4: Basismodul Spracherwerb
  • P 4.1: Grammatik (Übung, 6 ECTS)

3. Semester

P2: Basismodul Linguistik

  • P 2.2: Einführung in die italienische Linguistik (Übung, 3 ECTS)
P3: Basismodul Literaturwissenschaft
  • P 3.2: Einführung in die italienische Literaturwissenschaft (Übung, 3 ECTS)
P4: Basismodul Spracherwerb
  • P 4.2: Übersetzung (Übung, 3 ECTS)
  • P 4.3: Orale Kompetenz und Leseverständnis (Übung, 3 ECTS)

4. Semester

P5: Aufbaumodul Linguistik

  • P 5.1: Italienisch: Strukturen, Variation, Wandel (Proseminar, 6 ECTS)
P6: Aufbaumodul Literaturwissenschaft
  • P 5.2: Text und literarhistorischer Kontext (Proseminar, 6 ECTS)

5. Semester

P5: Aufbaumodul Linguistik

  • P 5.2: Italienisch: Strukturen, Variation, Wandel (Vorlesung, 3 ECTS)
P6: Aufbaumodul Literaturwissenschaft
  • P 6.2: Italienische Literatur: Epochen, Gattungen, Theorie und Analyse (Vorlesung, 3 ECTS)
P7: Aufbaumodul Spracherwerb
  • P 7.1: Textproduktion (Übung, 3 ECTS)
  • P 7.2: Texte zur Kulturkunde (Übung, 3 ECTS)

6. Semester

P8: Vertiefungsmodul 1 Spracherwerb

  • P 8.1: Übersetzung/Grammatik (Übung, 3 ECTS)
  • P 8.2: Orale Kompetenz (Übung, 3 ECTS)
P9: Fachdidaktik des Italienischen
  • P 9.1: Einführung in die Fachdidaktik des Italienischen (Übung, 6 ECTS)

7. Semester

P9: Fachdidaktik des Italienischen

  • P 9.2: Theorie und Praxis des Italienischunterrichts (Seminar, 6 ECTS)
P10: Vertiefungsmodul Linguistik
  • P 10.1: Italienische Linguistik (Vorlesung, 3 ECTS)
P11: Vertiefungsmodul Literaturwissenschaft
  • P 11.1: Italienische Literaturwissenschaft (Vorlesung, 3 ECTS)

8. Semester

P10: Vertiefungsmodul Linguistik

  • P 10.2: Italienische Linguistik (Hauptseminar 3 ECTS)
P11: Vertiefungsmodul Literaturwissenschaft
  • P11.2: Italienische Literaturwissenschaft (Hauptseminar, 3 ECTS)
P12: Italienische Landeskunde und Kulturwissenschaft
  • P 12.1: Kultur und Geschichte Italiens (Vorlesung, 6 ECTS)

9. Semester

P12: Italienische Landeskunde und Kulturwissenschaft

  • P 12.2: Textproduktion und Übersetzung zu landeskundlichen Themen (Übung, 3 ECTS)
  • P 12.3: Kultur und Geschichte Italiens (Hauptseminar, 6 ECTS)

Freier Bereich

  • WP 1.1: Lektüre von Texten der älteren Sprachstufe
  • WP 2.1: Grammatik des Altitalienischen
  • WP 3.1: Sprachreflexive Kompetenz
  • WP 4.1: Texttypologie und fachspezifische Terminologie des Italienischen

Deutsch, Italienisch

Gesicherte Kenntnisse in Latein (B1), Kenntnisse in einer weiteren modernen Fremdsprache (A2)

Das Erziehungswissenschaftliche Studium (EWS) umfasst die Fächer Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie. In diesen drei Bereichen müssen insgesamt 36 ECTS-Punkte erbracht werden.
Vgl. hierzu auch die Übersichten zum EWS.

Mit Hilfe der Praktika werden Studierende frühzeitig in das Berufsfeld Schule eingeführt. Um die Eignung und Neigung zu prüfen, sollte idealerweise vor Beginn des Studiums (auch während des Studiums möglich) in Eigenregie ein Orientierungspraktikum absolviert werden. Um die richtige Studienwahl zu treffen, können innerhalb dieses Praktikums unterschiedliche Schularten besucht werden. Während des Studiums sind ein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum und zwei studienbegleitende fachdidaktische Praktika in der Schule zu absolvieren. Zusätzlich muss selbstständig das Betriebspraktikum organisiert werden. Dieses kann dazu genutzt werden, alternative Berufe zu erproben. Für Studierende des Lehramts an Gymnasien sind folgende Praktika zu absolvieren:


  • ein Orientierungspraktikum
  • ein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum im Umfang von 150-160 Unterrichtsstunden (es ist innerhalb von zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren zu absolvieren)
  • ein studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum in einem Ihrer Studienfächer (nicht in Psychologie und nicht in einem Erweiterungsfach).
  • ein achtwöchiges Betriebspraktikum

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des MZL und auf den Seiten der Praktikumsämter Oberbayern West und Oberbayern Ost.

Den Abschluss des Lehramtsstudiums bildet die erste Staatsprüfung, die aus zwei Teilen besteht: aus den Ergebnissen der Modulprüfungen während des Studiums (40 %) und aus dem ersten Staatsexamen (60 %). Sobald die Anzahl von 273 ECTS-Punkten nach den Vorgaben der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen erreicht ist, kann man zur ersten Staatsprüfung zugelassen werden.
Weitere fachliche Zulassungsvoraussetzungen und die Prüfungsteile zur ersten Staatsprüfung sind der aktuellen Lehramtsprüfungsordnung I (2008) zu entnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei der Außenstelle des Prüfungsamtes. (Kontakt siehe unten)

Die „Schriftliche Hausarbeit“ im Umfang von 12 ECTS Punkten ist in einem Fach der gewählten Fächerverbindung oder in den Erziehungswissenschaften (oder ggf. interdisziplinär) während des Studiums anzufertigen. Der genaue Umfang sowie weitere Informationen sind bei dem jeweiligen Fach zu erfragen.

Als zweites Unterrichtsfach wählbar ist:

Angebote zur Studienorientierung

Praktika Lehramt an Gymnasien

Informationen zum Orientierungspraktikum, Betriebspraktikum, pädagogisch-didaktischen Schulpraktikum und studienbegleitenden Praktikum

Prüfungsamt für Geistes- und Sozialwissenschaften

Prüfungsangelegenheiten, Prüfungsanmeldung, Semesteranrechnungsbescheide

Außenstelle des Prüfungsamts für alle Lehrämter an öffentlichen Schulen

Zuständigkeitsbereich:

Anmeldung, Zulassung und Durchführung der Ersten Staatsexamensprüfung nach der Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) für alle Lehrämter an öffentlichen Schulen

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