Kontakt zum Autor: András Borbély T.
Opern sind vertonte Dramen und bestehen aus Szenen, in denen Akteure handeln und so den Handlungsverlauf beeinflussen. Die gesungenen Texte vermitteln die Geschichte, doch der eigentliche Gehalt liegt oft im Subtext – verborgen in Betonung, Mimik, Gestik und Szenographie. Diese Elemente, die zur Theatersemiotik gehören, machen das vollständige Verständnis einer Oper erst möglich.
Oper ist Musik-Theater: Welches Verhältnis besteht zwischen Handlung und Musik? Ist sie bloße Begleitung oder ein unsichtbarer Akteur, der das Geschehen aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet? Musik kann kommentieren, Emotionen vertiefen oder eine zusätzliche Bedeutungsebene eröffnen. Doch kann sie selbst Handlungsträger sein? Und welche musikalischen Mittel drücken etwa Zweifel, Angst oder Hoffnung aus?
Diese Arbeit untersucht, wie Manfred Gurlitt (1890–1972) Musik in seinen Opern einsetzt. Von seinen acht Opern werden vier mit literarischen Vorlagen analysiert: Woyzeck, Soldaten, Nana und Herrn Arnes Schatz. Trotz Gurlitts Erfahrung als Operndirigent blieben seine Werke weitgehend unbekannt. Gründe dafür könnten in seinem Werdegang und den veränderten Theaterbedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg liegen.
Betreuung:
Prof. Dr. Wolfgang Rathert